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Kein Würfelfall glücklicher Umstände

 

Im September 2012 wurden im Diakonischen Werk Rosenheim für alle Leitungsebenen einheitliche und verbindliche Führungsgrundsätze eingeführt.

Axel Springer sagte 1978 einmal: "Ich halte Erfolg für eine Eigenschaft, nicht für den Würfelfall glücklicher Umstände, aber ich weiß auch, dass zum Erfolg der Mitwirkende, Mitdenkende und Mitfühlende nötig ist."

Es wird schwierig sein, in der Literatur eine allgemeingültige Definition von Führung oder für das Leiten von Mitarbeitenden zu finden. Aussagen zu Führung haben vor Axel Springer schon viele Köpfe formuliert, so wird Sophokles (496-405 v. Chr.) der Ausspruch zugeschrieben: "Befehle nicht, wo die Macht gebricht" und Johann Wolfgang von Goethe wird zitiert mit: "Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können."

Unternehmen und deren leitenden Angestellten suchen und geben sich Führungsgrundsätze, um dem Diffusen zu entkommen, um nicht auf den Würfelfall glücklicher Umstände zu hoffen oder ganz einfach, um erfolgreich zu sein. Es ist sinnvoll, wenn Führungskräfte wissen, dass Mitarbeitende nicht nur das höchste Gut ihres Unternehmens sind, sondern auch die Instrumente der Leitenden, um Erfolg zu erzielen. Nur ist die bzw. der Mitarbeitende nicht Subjekt Leitender, vielmehr ist sie oder er in einer akzeptablen Führungskultur Objekt und Mitgestaltende bzw. Mitgestaltender. Es heißt Sorge zu tragen oder auch in dienlicher - vielleicht sogar dienender - Weise zu führen. Das streben wir an.

Leitende Angestellte im Diakonischen Werk Rosenheim werden in eigens konzipierten Führungskräfteschulungen für ihre Leitungsaufgaben weitergebildet. Im Rahmen der Schulungen zu dem ­- unserem Leitungshandeln zugrundeliegenden - Führungsmodell der "Balancierten Führung" entstand aus den Reihen der Bereichsleiterinnen und Bereichsleitern der Wunsch, sich und dem Unternehmen verbindliche Führungsgrundsätze zu geben. Dem Leitgedanken Axel Springers folgend, vereinbarten die Leitungskräfte aller Ebenen, dass die Initiatoren des Prozesses - die Bereichsleitungen, also die Mitdenkenden - die Führungsgrundsätze entwickeln sollen. Bewusst verzichteten Vorstand und Geschäftsbereichsleitungen auf die Teilnahme an diesem Prozess und beteiligten sich erst im späteren Verlauf an der Diskussion des vorgelegten Ergebnisses. Die Diskussion über die Führungsgrundsätze war sehr gut geeignet, ein tieferes Verständnis des Verschriftlichten zu erarbeiten, Verbindlichkeit erhielten jedoch unverändert die erarbeiteten Grundsätze. Somit sind die nachfolgenden Führungsgrundsätze gültig für Vorstand, Geschäftsstellen- bzw. Geschäftsbereichsleitungen und für alle Bereichsleitungen im Diakonischen Werk Rosenheim.

Alle Mitarbeitenden wurden über die Führungsgrundsätze informiert. Neuen Mitarbeitenden werden diese zusammen mit dem Arbeitsvertrag ausgehändigt. Unsere Führungsgrundsätze sind allen Leitenden Verpflichtung und für die Mitarbeitenden ein Messinstrument für die Qualität ihrer jeweiligen Vorgesetzten.


Führungsgrundsätze

Sie beruhen auf den diakonischen Werten unseres Leitbildes und unserer Vorbildfunktion in der Gesellschaft. Mit diesen Grundsätzen wollen wir unsere Führungsbeziehungen auf allen Ebenen so gestalten, dass die Prinzipien der Menschlichkeit und Besonnenheit auch in schwierigen Situationen immer gewahrt bleiben.  

Wir pflegen einen wertschätzenden Umgang miteinander.

Wertschätzung bedeutet für uns, die Einzigartigkeit des Menschen und seiner erbrachten Leistung anzuerkennen, sich bereitwillig in die Rolle der Mitarbeitenden hineinzudenken und Fehler auch als Chance zu begreifen.

Wir fördern die Offenheit für Neues.

Diese Offenheit verlangt, dass wir Freiräume für selbständiges Arbeiten ermöglichen, persönliche und kulturelle Vielfalt fördern und unsere Entscheidungen nachvollziehbar treffen.

Wir sind loyal zueinander und zum Unternehmen.

Loyalität ist für uns eine Haltung, die sich in Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit ausdrückt und die dadurch belastbar wird, dass sie die Bereitschaft zu fairer Kritik mit einschließt.

Wir streben eine Kultur des unvoreingenommenen Dialogs an.

Dies verlangt, dass wir uns ständig im Austausch von Meinungen üben, unser Wissen und unsere Erfahrungen teilen sowie uns nicht leichtfertig von Vorurteilen leiten lassen.

Wir stehen zu unserer Verantwortung.

Verantwortung verstehen wir als die Pflicht, die Folgen unseres Handelns selbst zu tragen und uns Konflikten, die im betrieblichen Alltag unvermeidlich sind, auch zu stellen.

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