Sieben Organisationen bekommen Spendengeld vom Verein "EagleBurgmann Chance"

Armen Menschen eine Chance geben: Das will der Verein "EagleBurgmann Chance".

Die Initiative, die 2010 von Mitarbeitern des Dichtungstechnikunternehmens in Wolfratshausen gegründet wurde, unterstützt zu diesem Zweck regionale Vereine. "Als internationales Unternehmen werden wir immer wieder damit konfrontiert, dass Menschen auf der ganzen Welt durch Notfälle, Katastrophen und andere wichtige Lebensumstände von einem Tag auf den anderen in Not geraten", erklärt Vorsitzende Irmgard Listl. Deshalb wolle man "schnell und unbürokratisch Hilfe leisten".

Die gibt es für Organisationen, die den Vereinszweck erfüllen. Der schreibt die Förderung auf sozialem Gebiet, der Kultur, der Bildung und Erziehung sowie der Völkerverständigung vor. Jüngst haben sieben Einrichtungen von den Zuwendungen profitiert und insgesamt 12 000 Euro für ihre Arbeit erhalten: die Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel, die Asyl-Helferkreise Eurasburg-Beuerberg und Wolfratshausen, die Albert-Schweitzer-Kinderkrippe in Wolfratshausen, die Geretsrieder Familienpaten der Diakonie - Jugendhilfe Oberbayern, das Umwelt-Team des Kollegs St. Matthias in Waldram und die Senioreninitiative Eurasburg.

Um sie alle einmal zusammenzuführen und sich über die aktuelle Lage zu informieren, hat Listl sie nun erstmals in die Zentrale der Firma an der Äußeren Sauerlacher Straße eingeladen, wo sich die ehrenamtlichen Vorstände am Dienstag auch gegenseitig kennenlernen konnten. Bei der Vorstellungsrunde wollte die Vorsitzende von "EagleBurgmann Chance" auch wissen, wofür die Spenden verwendet werden.

Ingrid Geiger von der Tafel berichtete, dass sie mit dem Zuschuss die laufenden Kosten bestreite. Zwar gebe es inzwischen sehr viele Lebensmittelgeschäfte, welche die etwa 800 Kunden der Tafel unterstützten, aber es müssten etwa auch die beiden Kühlautos unterhalten werden. Freiwillige Helfer habe die Tafel inzwischen wieder genug, Fahrer könne man jedoch immer brauchen, sagte Geiger.

Wie Elisabeth Birner erzählte, verwendet der Asylhelferkreis Eurasburg-Beuerberg das gespendete Geld unter anderem für den Fahrtkostenzuschuss - sowohl für die Helfer, die in der ländlichen Gemeinde stets weite Wege auf sich nähmen, als auch für die Flüchtlinge, die einen Zuschuss für den öffentlichen Nahverkehr bekommen. Den gibt es auch beim Wolfratshauser Helferkreis, wie Vorsitzende Ines Lobenstein sagte. Und zwar in Form von drei MVV-Monatskarten, die von einer Asylsuchenden erfolgreich verwaltet würden. Zudem werde das Geld für die Ausstattung des Integrationszentrums und für Veranstaltungen verwendet.

Die Albert-Schweitzer-Kinderkrippe hat von dem Zuschuss ein Sonnensegel für die Kinder gekauft. Wie die Leiterin Elisabeth Krenn sagte, suche man immer noch händeringend Personal. Derzeit fehlten zwei Erzieherinnen, der Markt sei schwierig.

Bei den Familienpaten wird das Geld laut Angela Dautenhahn von der Diakonie - Jugendhilfe Oberbayern hauptsächlich dazu verwendet, den Ehrenamtlichen, die Familien in Notsituationen beistehen, eine kleine Anerkennung zu geben - mit Veranstaltungen und Weihnachtsgeschenken.

Das Umweltteam der Schulen von St. Matthias befasst sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Im vergangenen Schuljahr habe man ein Klassenzimmer im Grünen in Form eines Amphitheaters errichtet, berichtete Betreuer Hans Bode. Nun wolle man sich um eine eigene Website kümmern. Die Senioreninitiative Eurasburg verwendet den Zuschuss für die zweimal jährlich stattfindenden Busausflüge. So könne man die Fahrtkosten für die Rentner auf einen kleinen Unkostenbeitrag reduzieren, sagte Dieter Karsten.

Listl bedankte sich bei den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. "Sie tragen die Hauptlast", sagte sie. Ihr Verein könne ihnen lediglich Geld geben, das die 60 Mitglieder bei Aktionen wie dem Firmenlauf einnehmen oder selbst spenden. In der Runde sehe man "nur einen kleinen Ausschnitt davon, was hier querbeet durch die Gesellschaft getan wird", sagte Listl. Die Organisationen in der Region zu unterstützen, sei für die Firma mit 1400 Mitarbeitern in Wolfratshausen und Eurasburg ein "Teil der Verantwortung".

Text von Konstantin Kaip, Wolfratshausen.