Christian Haller

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

geboren: 24.02.1981 in Rosenheim
Familienstand: ledig

 

Christian war bereits in seiner Schulzeit ein leidenschaftlicher Schauspieler. Er arbeitete hart für seinen Traum und konnte sich tatsächlich für einen begehrten Platz an der Schauspielschule qualifizieren. Doch die Angst vor der sogenannten "brotlosen Kunst", ließen Zweifel aufkommen und so entschied sich Christian gegen einen Alltag auf der Bühne. Die Schauspielerei war seine Leidenschaft und das sollte sie auch bleiben. Während seiner Zeit als Zivildienstleistender im Heilpädagogischen Zentrum Rosenheim konnte sich Christian immer mehr vorstellen, im sozialen Sektor tätig zu sein. Also studierte er Soziale Arbeit in Benediktbeuern und absolvierte seine Praxissemester bei der Jugendhilfe Oberbayern, genauer gesagt bei der Flexiblen Jugendhilfe Rosenheim Land. Nach dem Studium und einer 6-monatigen Tätigkeit in einer Heilpädagogischen Tagesstätte, startete Christian seine berufliche Laufbahn beim Diakonischen Werk Rosenheim. Im Juli 2007 wurde Christian Teammitglied im Landkreisbüro Nord/West der Flexiblen Hilfen München. Als im Oktober 2007 das Landkreisbüro Süd/Ost hinzu kam, wechselte er in dieses. Nun wird Christian ab Oktober diesen Jahres Bereichsleiter des Sozialraumbüros sein.

Was empfindest Du als die "Schokoladenseiten" in Deinem Arbeitsalltag bei der Flexiblen Jugendhilfe?
Ich würde sagen, mein Job ist bunt und alles andere als langweilig. Jeder Tag ist anders und nichts ist vorhersehbar. Es ist ausgesprochen abwechslungsreich. Was ich zudem sehr genieße sind die flexiblen Arbeitszeiten.

Hat denn insbesondere die Jugendhilfe Oberbayern als Träger und Arbeitgeber Besonderheiten für Dich?
Also eine ganz große Besonderheit sind für mich die angebotenen Ferienprojekte der Jugendhilfe Oberbayern, die mir in diesem Maße von keinem anderen Träger bekannt sind. Diese Art von Beziehungsarbeit zu den Klientinnen und Klienten halte ich für unschlagbar.

Christian, ab Oktober bist Du der neue Bereichsleiter des Sozialraumbüros Süd/Ost. Wie schätzt Du Deinen Positionswechsel vom Teammitglied zum Bereichsleiter ein?
Diesbezüglich bin ich sehr optimistisch. Ich glaube nicht, dass der Positionswechsel große Schwierigkeiten mit sich bringen wird. Ich sehe die Bereichsleiterposition als keine Sonderstellung an und somit möchte ich weiterhin Teil des Teams bleiben. Ich denke, dass mir der Balanceakt zwischen Leitung und Teammitglied ganz gut gelingen wird - diese Art von Perspektivenwechsel habe ich mir in jahrelanger Bühnenerfahrung angeeignet. Natürlich ist mir bewusst, dass hier ein gelungener Übergang nicht nur von mir, sondern vom gesamten Team abhängig ist. Aber ich habe ein gutes Gefühl.

Auf welche Aufgaben, die Dich als Bereichsleitung erwarten, freust Du Dich und auf welche weniger?
Ich freu mich in erster Linie auf eine spannende Tätigkeit, die viel Neues mit sich bringt. Neu werden für mich auch die administrativen Aufgaben sein, die aber wohl nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung gehören werden.

Mit Deiner Veränderung zum Bereichsleiter war der Austritt aus der Mitarbeitervertretung verbunden, für welche Du gerade erst gewählt worden bist. Hat diese Entscheidung eine Bedeutung für Dich?
Ja, diese Entscheidung hat sehr wohl Bedeutung für mich und es liegt mir am Herzen, meine Beweggründe transparent zu machen. Ich wünsche mir, dass meine Entscheidung für die Kolleginnen und Kollegen nachvollziehbar ist. Ich hatte zum Zeitpunkt der MAV-Wahl nicht die Absicht Bereichsleiter zu werden, allerdings wurde ich im Juni als potentieller Kandidat vorgeschlagen. Die MAV-Tätigkeit interessierte mich sehr, doch das Interesse an der Bereichsleiterstelle überwiegt. Insbesondere die Leitung des Landkreisbüros Süd/Ost  - von einem Team, indem ich mich seit Jahren "zuhause" fühle. Diese Chance war für mich einmalig. Wäre es um die Bereichsleiterstelle an einem anderen Standort gegangen, weiß ich nicht, wie ich mich entschieden hätte. Und eine Doppelrolle Mitarbeitervertretung & Bereichsleitung wäre in meinen Augen nicht vereinbar, da sie nicht demokratisch bin. Deshalb habe ich mich zum Rücktritt aus der MAV entschlossen.

Welche Eigenschaften würdest Du selbst Dir zuschreiben?
Ich würde mich als humorvollen Menschen beschreiben, der aber gleichzeitig auch sehr ernst sein kann. Zudem bin ich weltoffen und gerne kreativ und innovativ. Anders, als es die meisten Menschen von mir erwarten würden, bin ich sehr kognitiv veranlagt und weniger aus dem Bauch heraus.

Nun bist Du als "Steckerlfisch" aus dem Comedy-Duo "Steckerlfisch & Schlagsahne" eines der bekanntesten Gesichter im Unternehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass es an manchen Stellen Zweifel darüber gibt, ob Du als -überspitzt formuliert- Pausenclown beispielsweise Konfliktsituationen mit der nötigen Ernsthaftigkeit bewältigen kannst. Wie denkst Du darüber?
Es mag sein, dass diese Einschätzung bei manchen KollegInnen vorliegt. Aber ehrlich gesagt kann ich diese Vorbehalte nicht nachvollziehen. Das klingt für mich nach einem Wettbewerb: Humor versus Seriosität. Ich kann es nicht verstehen, wenn mir Leute aufgrund meiner Leidenschaft als Comedian Ernsthaftigkeit und Seriosität anzweifeln. Ich finde Humor extrem wichtig und ich brauche diesen nicht nur auf der Bühne, sondern auch im (Arbeits-) Alltag. Ich habe in meinem Job schon oft die Erfahrung gemacht, dass gerade in konfliktären bzw. problembelasteten Situationen ein spaßiger Umgang miteinander Wunder bewirken kann. Ausserdem trägt Humor zur Psychohygiene bei.

Als während des Gesprächs das Telefon klingelt und sich Christian mit der Mitarbeiterin einer psychiatrischen Klinik über einen Gefährdungsfall unterhält meint er anschließend: "War das Beweis genug für meine Seriosität?"

Wie ich weiß, schreibt Ihr, also Du und Deine Comedy-Partnerin, Eure Stücke selbst. Gewinnst Du hierfür auch Inspiration durch Deine Arbeit?
Ja, alle Szenen, die wir auf der Bühne spielen, sind aus dem Alltag gegriffen. Demnach kommen natürlich auch Situationen aus dem Berufsleben vor. Zum Beispiel gibt es den Sozialarbeiter Sigi, das esoterische Weichei. In seinen Stücken werden Pädagogik und Psychologie oftmals mit etwas Ironie betrachtet. Für mich bedeutet eine scherzhafte Betrachtungsweise nicht automatisch, dass die womöglich problematische Ausgangssituation missachtet oder nicht ernst genommen wird.

Mit dem Motto "Humor VEREINT MIT Seriosität" möchte ich mich bei Dir für das unterhaltsame Interview bedanken und wünsche Dir einen guten Start in die Bereichsleiterposition!