Dominik Fischer

Qualifikation
Dipl.-Sozialpädagoge (FH)

Dominik Fischer

Bereichsleiter Flexible Jugendhilfe München Land (Süd/West)

Dominik Fischer ist am 1. Februar 1980 geboren und in einer ländlichen Gegend in der Nähe von Rosenheim aufgewachsen. Nach der reguären Schullaufzeit hat er die Fachoberschule (Sozialer Zweig) besucht. Neben seinen Praktikas in einer Behindertenwerkstätte und in der Altenpflege, sammelte Dominik Erfahrung als Pflegehelfer bei einer Behindertenkontaktstelle. Die Betreuung einer Familie, bei der die Mutter an Multiple Sklerose erkrankt war, bestätigte Dominik in seiner Entscheidung, Soziale Arbeit zu studieren.

So startete Domink im Herbst 2000 in Bamberg mit dem Studium der Sozialen Arbeit. Er entschied sich für Bamberg, da der Fachbereich Soziale Arbeit dort direkt an die Universität angegliedert war und die Studierenden somit die Möglichkeit hatten, sich ihre Zeit selbst einzuteilen.

Dominik, was hatte Dich motiviert in Bamberg zu studieren?

Es kommt mir sehr entgegen, mich selbst zu organisieren. Das liegt mir eher als das Schulsystem und ich war ehrgeizig und diszipliniert genug, um mit den Freiheiten umzugehen.

Wie bist Du bei der Jugendhilfe gelandet?

Während meiner Studienzeit hat sich mein Interesse an der Familien- und Jugendhilfe entwickelt. Ich kann mich an einen Film erinnern, der uns im Schwerpunkt gezeigt wurde. In diesem Video wurden einer Mutter fünf Kinder vom Jugendamt weggenommen - diese Eindrücke haben mich geprägt. Ich begegnete immer wieder der Frage, inwieweit der Staat in die Erziehung eingreifen darf. Schutzauftrag für Kinder versus dem Autonomierecht von Familien finde ich eine spannende Thematik, die bis heute eine zentrale Position in meinem beruflichen Alltag hat.


Na jedenfalls war für mich klar, in die Jugendhilfe zu gehen und so bin ich Anfang 2006 im Sozialraumbüro Laim/Schwanthalerhöhe der Flexiblen Hilfen München als Berufsanfänger eingestiegen.


Nun hast Du das Sozialraumbüro Laim/Schwanthalerhöhe verlassen und wirst ab 15. Juni neuer Bereichsleiter für das Landkreisbüros Nord/West. Was sind Deine Erwartungen an diese neue Position?

Ja, ich werde Nachfolger von Gerhard Liegl werden, der ja seit der Gründung des Landkreisbüros für dieses tätig war. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und sehe diese durchaus als Herausforderung für mich an. Neu sind für mich die Kooperationspartner, bei denen ich mich zuerst bekannt machen muss, sowie das hohe Maß an Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden, als auch den betreuten Familien.

Ich wünsche mir eine gute Einarbeitung der neuen Kolleg(inn)en und einen Teamprozess, der eine gute Zusammenarbeit mit gegenseitiger Unterstützung ermöglicht.

Kannst Du den Begriff der Leitung bereits für Dich definieren?

Ja, Leitung bedeutet für mich, eine unterstützende Funktion inne zu haben. Ich vergleiche es gerne mit Leitplanken entlang der Autobahn - auch wenn ich ohne der Leitplanken dem Weg folgen könnte, so fühle ich mich doch sicherer, wenn ich mich an ihnen orientieren kann. Im übertragenen Sinne: die Mitarbeitenden organisieren sich die meiste Zeit selbst; sie entscheiden welche Themen sie wie mit den einzelnen Familien behandeln, denn sie haben den unmittelbaren Zugang zum Klientel. Doch neben dieser Autonomie muss es eben auch Richtlinien geben. Dazu gehören Standards, Vorgaben, Strukturen, etc. Ich sehe es als meine Aufgabe an, meinem Team diese Richtlinien näher zu bringen. Und zwar auf eine Art und Weise, die die Mitarbeitenden verstehen lässt, dass diese kein Zwang sind, sondern als Hilfestellung verstanden werden.

Du bist nun bereits seit fünf Jahren für die Jugendhilfe Oberbayern tätig. Gibt es Besonderheiten, die Du speziell diesem Träger zuordnen würdest?

Es gibt zwei Dinge, die mir immer wieder positiv auffallen. Das ist zum einen die sehr hoch entwickelte Besprechungskultur, die einen regelmässigen Austausch und gute Kontaktpflege möglich macht. Und zum anderen die kontinuierliche Rückkoppelung von Theorie und Praxis. Das Überprüfen seines Handelns in der Theorie, lässt einen ständig neue Handlungsleitfäden entwickeln und was noch viel wichtiger ist, es macht seine Arbeit transparent und nachvollziehbar. Und diese Transparenz ist in der Außendarstellung sowohl den Kostenträgern als auch Familien gegenüber notwendig.

Als Gefahr sehe ich die Größe bzw. das ständige Wachstum des Trägers. Ich denke, hier müssen wir gemeinsam darauf achten, jeden einzelnen Mitarbeitenden wahrzunehmen, um Unzufriedenheiten rechtzeitig entgegen wirken zu können.

Mit welchem Gefühl startest Du mit dieser neuen Tätigkeit?

Ich bin davon überzeugt, dass es kein Selbstläufer werden wird. Ich werde mich hier im Landkreis positionieren müssen und mich an der ein oder anderen Stelle vielleicht vorerst etwas durchbeißen müssen. Aber das ist nichts neues für mich und ich freue mich darauf.

Lieber Dominik, dann wünschen wir Dir viel Spaß beim Durchbeißen und einen super Start! Vielen Dank für das Gespräch.